Ich möchte wissen, wer dahintersteht
Wenn ich eine Werbung sehe, will ich verstehen, wer mir etwas anbietet und warum ich mich dafür interessieren sollte. Ein austauschbares Motiv mit irgendeinem lächelnden Gesicht beantwortet das noch nicht.
Mich ärgert vor allem, wenn ein eindrucksvolles Bild jede weitere Entscheidung ersetzt. Dann verschwindet der Veranstalter zwischen Effekten, Details werden winzig, und die eigentliche Einladung bleibt unklar. Das kann einer sorgfältig aufgebauten Marke einen schlechten Dienst erweisen.
KI kann bei Ideen und Bildentwürfen helfen. Aber ich möchte für das Ergebnis einstehen können. Deshalb gehören Auswahl, Überarbeitung und Prüfung für mich zur Gestaltung dazu.
Schau dir dieses Beispiel an
Für diesen Beitrag habe ich ein fiktives Veranstaltungsplakat bewusst überladen erzeugen lassen. Schau dir an, wie Bildwirkung und verständliche Information auseinanderfallen können.

Bewusst generiertes Negativbeispiel. Fiktive Veranstaltung, keine Kundenarbeit. Neu mit der integrierten Bildgenerierung erzeugt und gezielt mit Fehlern beauftragt. Es stammt nicht nachweislich aus einem alten oder kostenlosen Modell und ist kein neutraler Modellvergleich.
Alles will zuerst gesehen werden.
Goldschrift, Feuerwerk, Neonlinie, Sprechblase und Schilder konkurrieren. Das Auge findet viele Reize, aber kaum eine ruhige Reihenfolge. Die zusätzlichen Sprüche helfen nicht dabei, die Veranstaltung einzuordnen.
Die entscheidenden Angaben schrumpfen.
Datum, Beginn und der allgemeine Ortsname stehen weit unten. Im kleinen Vorschaubild werden sie schnell schwer lesbar. Ohne Jahr, konkrete Adresse oder erreichbare Informationsquelle bleibt außerdem offen, welcher Termin überhaupt gemeint ist.
Ein schönes Motiv hat noch keinen Absender.
Hier fehlt ein erkennbarer Veranstalter. Kein echtes Zeichen und kein Kontakt verbinden die Einladung mit jemandem, dem man eine Rückfrage stellen könnte. Das Plakat ist absichtlich fiktiv; genau diese Lücke sollte bei einer realen Werbung vor der Veröffentlichung auffallen.
Was dieses Beispiel zeigt – und was offenbleibt
Die Schwächen wurden für die Illustration absichtlich angefordert. Damit lässt sich kein allgemeines Urteil über die Leistung eines bestimmten Modells, einen kostenlosen Tarif oder die Fähigkeiten anderer Menschen begründen.
Es zeigt aber sehr anschaulich, welche Fragen bei der Überarbeitung zählen. Ich brauche dafür keine erfundenen Untersuchungen: Du kannst die Informationshierarchie und die fehlenden Angaben hier selbst prüfen.
So würde ich an deinen Auftrag gehen
Wir klären Anlass, Publikum und Einsatzort. Ein Aushang braucht andere Größenverhältnisse als eine Story auf dem Handy. Danach ordne ich Botschaft, Termin, Absender und den gewünschten nächsten Schritt.
Die Gestaltung bekommt eine nachvollziehbare Richtung. Echte Markenelemente werden sauber eingesetzt, Texte werden gesetzt und geprüft. Bilddetails, Kontraste, Nutzungsrechte und die technische Ausgabe gehören ebenfalls auf den Prüfzettel.
Ein KI-Bild kann dabei Ausgangsmaterial sein. Es muss sich aber dem Auftrag stellen. Wenn es nicht passt, wird es überarbeitet oder verworfen. Die Verantwortung für das fertige Ergebnis lässt sich nicht an einen Generator abgeben.
Bevor du das Motiv veröffentlichst
Du bist unsicher, ob dein Entwurf funktioniert? Wir können gemeinsam prüfen, was auf den ersten Blick verständlich wird, was fehlt und wo eine Überarbeitung wirklich etwas bringt.
Über dein Werbemotiv sprechenZum Weiterlesen: Der von dir als inhaltliche Anregung genannte Standpunkt von Designenergie zu KI-Plakaten ↗. Dieser TJmedia-Beitrag ist eigenständig formuliert; Beispiel und Analyse wurden eigens dafür erstellt.