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HALTUNG · KI & GESTALTUNG

EIN PROMPT IST
NOCH KEIN PLAKAT.

Mich stören diese überladenen KI-Motive, die ungeprüft als fertige Werbung veröffentlicht werden. Dein Unternehmen hat mehr verdient als ein Zufallsergebnis mit Glanzfilter.

Ein eigener Standpunkt von TJmedia | Tobias Jäger · Beitrag vom 15. Oktober 2026

Ich möchte wissen, wer dahintersteht

Wenn ich eine Werbung sehe, will ich verstehen, wer mir etwas anbietet und warum ich mich dafür interessieren sollte. Ein austauschbares Motiv mit irgendeinem lächelnden Gesicht beantwortet das noch nicht.

Mich ärgert vor allem, wenn ein eindrucksvolles Bild jede weitere Entscheidung ersetzt. Dann verschwindet der Veranstalter zwischen Effekten, Details werden winzig, und die eigentliche Einladung bleibt unklar. Das kann einer sorgfältig aufgebauten Marke einen schlechten Dienst erweisen.

KI kann bei Ideen und Bildentwürfen helfen. Aber ich möchte für das Ergebnis einstehen können. Deshalb gehören Auswahl, Überarbeitung und Prüfung für mich zur Gestaltung dazu.

Schau dir dieses Beispiel an

Für diesen Beitrag habe ich ein fiktives Veranstaltungsplakat bewusst überladen erzeugen lassen. Schau dir an, wie Bildwirkung und verständliche Information auseinanderfallen können.

Bewusst überladenes KI-Beispielplakat: Sommerzauber in goldener Schrift, violetter Zauberkünstler, Feuerwerk und viele kleine Schriftzüge. Termin und Ort stehen klein am unteren Rand.

Bewusst generiertes Negativbeispiel. Fiktive Veranstaltung, keine Kundenarbeit. Neu mit der integrierten Bildgenerierung erzeugt und gezielt mit Fehlern beauftragt. Es stammt nicht nachweislich aus einem alten oder kostenlosen Modell und ist kein neutraler Modellvergleich.

Alles will zuerst gesehen werden.

Goldschrift, Feuerwerk, Neonlinie, Sprechblase und Schilder konkurrieren. Das Auge findet viele Reize, aber kaum eine ruhige Reihenfolge. Die zusätzlichen Sprüche helfen nicht dabei, die Veranstaltung einzuordnen.

Was dieses Beispiel zeigt – und was offenbleibt

Die Schwächen wurden für die Illustration absichtlich angefordert. Damit lässt sich kein allgemeines Urteil über die Leistung eines bestimmten Modells, einen kostenlosen Tarif oder die Fähigkeiten anderer Menschen begründen.

Es zeigt aber sehr anschaulich, welche Fragen bei der Überarbeitung zählen. Ich brauche dafür keine erfundenen Untersuchungen: Du kannst die Informationshierarchie und die fehlenden Angaben hier selbst prüfen.

So würde ich an deinen Auftrag gehen

Wir klären Anlass, Publikum und Einsatzort. Ein Aushang braucht andere Größenverhältnisse als eine Story auf dem Handy. Danach ordne ich Botschaft, Termin, Absender und den gewünschten nächsten Schritt.

Die Gestaltung bekommt eine nachvollziehbare Richtung. Echte Markenelemente werden sauber eingesetzt, Texte werden gesetzt und geprüft. Bilddetails, Kontraste, Nutzungsrechte und die technische Ausgabe gehören ebenfalls auf den Prüfzettel.

Ein KI-Bild kann dabei Ausgangsmaterial sein. Es muss sich aber dem Auftrag stellen. Wenn es nicht passt, wird es überarbeitet oder verworfen. Die Verantwortung für das fertige Ergebnis lässt sich nicht an einen Generator abgeben.

Bevor du das Motiv veröffentlichst

Du bist unsicher, ob dein Entwurf funktioniert? Wir können gemeinsam prüfen, was auf den ersten Blick verständlich wird, was fehlt und wo eine Überarbeitung wirklich etwas bringt.

Über dein Werbemotiv sprechen

Zum Weiterlesen: Der von dir als inhaltliche Anregung genannte Standpunkt von Designenergie zu KI-Plakaten ↗. Dieser TJmedia-Beitrag ist eigenständig formuliert; Beispiel und Analyse wurden eigens dafür erstellt.

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